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Gourmet

Fine Dining zuhause: Warum der schönste Genuss in der privaten Küche stattfindet

Fine Dining verbindet man meist mit Sterne-Restaurants, perfekt eingedeckten Tischen und beeindruckenden Menüs. Doch immer häufiger stellt sich die Frage, ob der größte Genuss nicht längst wieder dort stattfindet, wo alles einmal begann – in den eigenen vier Wänden, eben Fine Dining zuhause.

TEXT: Frank Gindler | BILDER: Fine-Dining-Team


Unser Freund Lars hat eingeladen, um gemeinsam in der Clique, die alle Freude am Kochen und Genießen haben, genussvoll Gemeinsamkeiten hegen und zu pflegen. Ich war auch dabei – nicht als Koch(-Lehrling), sondern als reiner Theoretiker. Zur Unterstützung, aber auch um Neues zu lernen, hat Lars sich Peter hinzugeholt (peters-kochwelt.de).

fine Dining-Home-Chefkoch-Küche-Team

Peters Kochwelt nun also in der Privatküche. Peter berät im Vorfeld schon bei der Menüauswahl, damit niemand stundenlang alleine in der Küche steht, während die anderen feiern. Er bringt nicht nur die Erfahrung eines Profis (wie bei Kochkursen oder Catering) mit, sondern vor allem die Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen, Wissen zu vermitteln, zu erklären, warum etwas nicht so, sondern anders zubereitet wird. Und zwischendrin wird gemeinsam der eine oder andere ausgesuchte Wein „probeweise“ verkostet. Santé!

fine Dining-Home-Chefkoch-Küche-Drink

Peter als Generalist – sozusagen als Käpt’n am Herd – hat seine eigenen Utensilien mitgebracht – sicherheitshalber. Man weiß ja nie, was in Privatküchen an gutem Handwerkszeug vorhanden ist. Er kontrolliert, ob Lars alles richtig eingekauft, richtig gelagert hat, einschließlich der guten Weine, ob der Champagner richtig gekühlt ist. Alles stimmt und wir starten mit einem Glas Dom Pérignon Vintage 2006. Er ist, mit seiner feinsten Perlage nicht nur Aperitif, sondern die Einstimmung auf ein paar unvergessliche Gourmetstunden in privater Umgebung, während sich Noten von Brioche, reifen Früchten und gerösteten Mandeln in gelöster Atmosphäre am Gaumen entfalten.

fine Dining-Home-Chefkoch-Küche-Garnele

 

Patricia, die Frau vom Gastgeber Lars bereitet die Vorspeise zu – und ja, das Zwiebelschneiden gehört auch dazu, während sich Markus schon um den Fond kümmert. Markus bemüht sich um das Tatar, sorgfältig von Hand geschnitten, begleitet und garniert von knusprigen Komponenten und feinen Cremepunkten, die von ihm mit der Präzision eines Uhrmachers auf dem Teller platziert werden. Peter hilft und assistiert ihn dabei. Kräuterblättchen sorgen nicht nur für Frische, sondern setzen optische Akzente. Genau solche Details machen den Unterschied zwischen einer Vorspeise und einem Fine-Dining-Gericht. Lars wähle aus der großen Weinsammlung zuerst einen Riesling von der Saar aus, später ich einen Syrah, dessen dunkle Fruchtaromen wunderbar mit den würzigen Komponenten des Tatars harmonieren.

Fine Dining beginnt nicht im Restaurant. Es beginnt dort, wo Menschen gemeinsam kochen, lachen und genießen.

 

Und dann haben wir schon als Vorgeschmack den Duft in der Nase, als frischer Thunfisch auf Butter, Rosmarin und Zitrone trifft. Kurz angebraten, sodass die Mitte roh und saftig bleibt.

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Ich empfehle , und alle stimmen zu. So fällt die Weinbegleitung auf einen Van Volxem Rotschiefer Riesling. Seine Mineralität und Frische sorgen für jene Leichtigkeit, die große Rieslinge so unverwechselbar machen. Wir philosophieren über das unendliche Thema Wein, während die Jungs den Tisch dekorieren – auch das will gelehrt/gelernt sein. Ganz nebenbei wird schon mal Patricias Dessert vorbereitet. Das Highlight für uns alle ist ein Stück Lebenskraft: ein Stück Wagyu-Rind von Gut Rohrenfeld nebenan in Neuburg/Donau. Ein perfekt gereiftes Stück in der Pfanne mit Rosmarin und Thymian und seinen eigenen Aromen. Jeder Gar-Grad wird von Markus kontrolliert, jede Temperatur überwacht –alles kontrolliert von Peter und kommentiert von mir höchstpersönlich.

fine Dining-Home-Chefkoch-Küche-Steak

Am Ende bleibt weit mehr als ein gelungenes Menü. Es sind die Gespräche am Herd, das gemeinsame Abschmecken, die Diskussion über den perfekten Garpunkt und die Freude über einen besonders gelungenen, schön dekorierten Teller. Genau diese Momente lassen sich weder im Restaurant reservieren noch kaufen. Was sagt der Theoretiker dazu? Ein gutes Stück Thunfisch zu braten oder ein Tatar anzurichten – das kann jeder ambitionierte Hobbykoch lernen. Fine Dining zuhause beginnt dort, wo aus einem Gericht eine kleine Inszenierung wird.

Die sonst so festgeschriebenen Rollen Gastgeber und Gast verschwimmen zu einem einzigen Team, und vielleicht ist das die schönste Form des Luxus: Zeit mit Freunden, außergewöhnliche Produkte, gute Weine, gute Gespräche und die gemeinsame Leidenschaft für Genuss.

 

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Wo plötzlich die Pinzette wichtiger wird als der Kochlöffel. Wo ein einzelnes Kresseblättchen nicht zufällig auf dem Teller landet, sondern bewusst gesetzt wird. Wo mit einer Pipette Tropfen für Tropfen eine Sauce platziert wird, bis aus Essen Genuss und aus Genuss ein Erlebnis wird.