Porsche Club Deutschland-Treffen in Münster: Ich war dabei!
München – Münster: lockere 700 Kilometer, und das am Feiertag, den 4. Juni.2026. Die BAB sind frei und das Erste, was mich bei der Stadteinfahrt in Münster beeindruckt: Münster ist grün, sehr grün, sogar der OB ist ein Grüner, die TG im Mövenpick-Hotel ist voll mit Porsche, sehr voll und in den nächsten Tagen er-fahren wir Straßen, die sind leer, sehr leer. Willkommen im Münsterland zum 16. PCD-Deutschlandtreffen 2026!
Tag 1 – bekannte Gesichter und begnadete Redner
In der Lobby bekomme ich von den Orga-Damen des PC Monasteria meine Welcome-Tasche Nr. 916. Ausgestattet mit Kameras um das Geschehen zu dokumentieren stehe ich später dann mittendrin: Ich sehe bekannte Gesichter, ein offenes und herzliches Wiedersehen, ein Zusammenkommen rund um unsere gemeinsame Begeisterung für Porsche. In ihren Begrüßungsworten betonten Dr. Jens Tomas, Präsident des PC Monasteria und Erwin Pfeiffer, Vorstand Event und Touring des Porsche Clubs Deutschland (PCD), dass nicht allein die Automobile im Mittelpunkt stehen. Vielmehr sind es die Menschen, die Begegnungen und die gemeinsame Leidenschaft, die solche Veranstaltungen zu etwas Besonderem machen.

Dr. Jens Tomas, das merkt jeder sofort, ist ein begnadender Redner. Und so begrüßte er mit spürbarem Stolz die Teilnehmer des Porsche Club Deutschland Treffens 2026 in Münster. Was vor zwei Jahren bei einem Gespräch bei den Porsche Days in Dinslaken mit Erwin Pfeiffer (PCD) als Idee entstand und zunächst wie eine ferne Vision wirkte, sollte als Gemeinschafts-Projekt mit dem bevorstehenden 50-jährigen Jubiläum des Porsche Clubs Monasteria im Jahr 2026 gekoppelt werden. Schritt für Schritt wurde daraus ein ambitioniertes Projekt, das mit großem ehrenamtlichen Engagement Wirklichkeit wurde. In Erinnerung bleiben unzählige Vorstandssitzungen, hunderte Telefonate und tausende Entscheidungen, um dieses besondere Wochenende auf die Beine zu stellen. Bereits der erste Blick in die Tiefgarage ließ erahnen, was diese Tage besonders machen würde.
Reihe um Reihe standen hier Porsche aus allen Jahrzehnten und Modellreihen – ein faszinierendes Panorama automobiler Leidenschaft. Rund 250 Teilnehmer aus 34 Porsche Clubs waren nach Münster gekommen und machten deutlich, wie lebendig und vielfältig die Porsche Club Gemeinschaft heute ist.
So wurde schon am ersten Abend spürbar, dass dieses Treffen weit mehr sein würde als eine Ansammlung außergewöhnlicher Fahrzeuge: Es war ein Wiedersehen unter Freunden, ein Austausch zwischen Generationen und ein eindrucksvolles Zeichen gelebter Porsche Leidenschaft. Getreu dem Motto „Wir sind Club“ stellte Jens dann auch seine Vorstandskollegen vor: die Vizepräsidentin Monika Beckmann, den Finanzvorstand Uschi Holterhaus, den Geschäftsführer Heiner Mangels und den Digitalisierungsbeauftragten Bernhard Lehmann – bis hin zu den Verantwortlichen für Touring und Sport Matthias Bunte und Frank Hoffmann. Sein Dank ging auch an den PCD-Vorstand. Gemeinsam hatten sie alle die Grundlage für ein Wochenende geschaffen, das den Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Tag 2 – Ausfahrt zum „Westfälischen Versailles“ und viel Theater
Der Freitagmorgen begann mit dem, worauf sich viele Teilnehmer schon seit Monaten gefreut hatten: die erste große, gemeinsame Ausfahrt. Vom Mövenpick Hotel in Münster führte die rund 53 Kilometer lange Strecke zum Schloss Nordkirchen, das aufgrund seiner imposanten barocken Anlage und der weitläufigen Wassergräben oft als das „Westfälische Versailles“ bezeichnet wird. Zunächst musste sich der lange Porsche-Konvoi seinen Weg durch das morgendliche Münster bahnen. Die zahlreichen Ampelanlagen sorgten jedoch dafür, dass sich die große Porschekolonne immer wieder in kleinere Gruppen auflöste. Doch genau darin lag auch ein besonderer Reiz: Kaum hatte man den Anschluss an die Vordermänner verloren, tauchten an der nächsten Kreuzung oder im nächsten Ort der eine und andere bekannte farbige Porsche wieder auf. Kaum war die Stadtgrenze passiert, begann der eigentliche Fahrgenuss. Das vom PC Monasteria sorgfältig ausgearbeitete Roadbook führte über Roxel, Havixbeck, Bösensell und Senden durch die typisch münsterländische Parklandschaft. Die Route verlief überwiegend über kleine Landstraßen, vorbei an Feldern, Wiesen und Baumalleen. Diese Kombination aus flüssig zu fahrenden Kurven, übersichtlichen Straßen und kaum Verkehr machte die Ausfahrt zu einem besonderen Erlebnis. Immer wieder konnte man die charakteristischen Silhouetten der vorausfahrenden Porsche am Horizont erkennen, bevor sie hinter der nächsten Baumreihe verschwanden.

So stellt man sich eine perfekte Porsche Ausfahrt vor: entspanntes Cruisen wunderschöne Landschaft und ausreichend Platz, um unsere Porsche so zu bewegen, wie sie gedacht sind.
Nach gut einer Stunde erreichten wir Schloss Nordkirchen. Schon die Anfahrt über die von Wasserflächen gesäumte Schlossanlage vermittelte einen ersten Eindruck von der Größe und Eleganz des barocken Bauwerks.

Während die prachtvollen Außenanlagen und der Schlosspark frei erkundet werden konnten, blieb das Innere des Prachtbaus den Teilnehmern verborgen. Logisch denn hier ist die Hochschule für Finanzen in NRW zuhause. Dafür wartete im historischen Kellergewölbe eine schöne Überraschung auf uns. In den weitläufigen, verwinkelten Gewölben war ein reichhaltiges Buffet aufgebaut, das keine Wünsche offen ließ. Zwischen den zahlreichen Gängen, Räumen und Veranstaltungsbereichen konnte man leicht die Orientierung verlieren. Gerade diese fast labyrinthartige Anlage zeigte eindrucksvoll, welche Möglichkeiten Schloss Nordkirchen heute für Tagungen, Empfänge und private Feiern bietet. Bei guten Gesprächen, regionalen Spezialitäten und dem Blick auf die eindrucksvolle Schlossanlage wurde uns deutlich: Die Ausfahrt hatte nicht nur fahrerisch begeistert, sondern auch einen der schönsten historischen Orte des Münsterlandes zum Ziel: Damit war der Auftakt mehr als gelungen.

Nach dem Besuch von Schloss Nordkirchen führte uns die Rückfahrt erneut über die kleinen Straßen des Münsterlandes. Das Roadbook lotste die Porschefahrer über Ascheberg, Senden, Albachten und Roxel zurück Richtung Münster. Wieder waren es die nahezu verkehrsfreien Landstraßen, die für entspanntes Fahrvergnügen sorgten. Die einzelnen Porsche Gruppen begegneten sich immer wieder, verloren sich kurz aus den Augen und fanden auf den nächsten Kilometern erneut zusammen.

Viel zu schnell waren die knapp 50 Kilometer zurückgelegt und das Mövenpick Hotel wieder erreicht. Doch Zeit zum Ausruhen blieb kaum, denn das nächste Highlight wartete bereits: der Empfang im historischen Rathaus mit dem berühmten Friedenssaal. Hier wurde 1648 der Westfälische Friede geschlossen, der den Dreißigjährigen Krieg beendete und damit europäische Geschichte schrieb. Ein besonderer Blickfang in der quirligen Innenstadt war dann auch die weithin sichtbare „Himmelsleiter“ an der Turmspitze von St. Lamberti. Die 36 Meter hohe, nachts leuchtende Lichtinstallation der österreichischen Künstlerin Billi Thanner scheint direkt in den Himmel zu führen und ist inzwischen zu einem neuen Wahrzeichen Münsters geworden. Ein Symbol für Hoffnung, Zuversicht und den Glauben an das Gute … Von dort ging es zu Fuß weiter durch die von Radlern dominierte Altstadt zum GOP. Es zählt zu den renommiertesten Varieté-Bühnen Deutschlands und verbindet auf einzigartige Weise Akrobatik, Artistik, Comedy und Unterhaltung auf höchstem Niveau. In stilvollem Ambiente erwartete uns ein Abend voller Staunen, Lachen und Begeisterung – der perfekte Abschluss eines ereignisreichen Tages im Münsterland.
Tag 3 – Shooting am Parkhotel Surenburg und die festliche Gala
Bereits um 09:30 Uhr war Start zum Parkhotel Surenburg in Hörstel. Viele hatten am frühen Morgen ihre Schätzchen noch richtig auf Glanz gebracht, zum Beispiel die Felgen gereinigt und im Inneren für Ordnung gesorgt. Denn all das sind und waren Kriterien, die beim Concours d’Elégance mit Punkten bewertet werden.

Dabei entscheidet oftmals ein einziger Punkt mehr oder weniger, ob man einen der begehrten Pokale mit nach Hause nehmen darf. Während endlich auch die Sonne ihre wärmenden Strahlen auf die bunte Palette der Porsche Modelle sandte, war das Bild mit allen Teilnehmern vor der Kulisse des Parkhotels perfekt.

Die Teilnehmer separierten sich anschließend in zwei Gruppen und entschieden sich für die 1 PS starken Vierbeiner, während sich die anderen bei Plausch und Kuchen an dem Anblick von mehreren Tausend PS erwärmten.

Auch am Nachmittag volles Programm: Natürlich Shopping mit der Porsche Card und ja das muß sein: gleich zwei Stadtrundfahrten mit dem Doppeldeckerbus, während andere dem Vortrag von nun Ex-PC Monasteria Präsident Manf red Schmale „Graf Berghe von Trips“ lauschten. Nach erlebnisreichen zwei Tagen im Münsterland bildete die festliche Gala den würdigen Höhepunkt des Porsche Club Deutschland Treffens und zugleich den offiziellen Festabend zum 50-jährigen Jubiläum des PC Monasteria.
Durch den Abend führte in gewohnt charmanter und humorvoller Weise wieder Jens, der die Gäste auf eine kleine Zeitreise ins Gründungsjahr 1976 mitnahm und die Bedeutung von fünf Jahrzehnten gelebter Porsche Leidenschaft hervorhob.

Dabei begrüßte er namentlich unter anderem:
- Roberto De Prisco, COO von Porsche Deutschland GmbH
- Christian Striepen, Präsident des PCD
- Peter Heimann Geschäftsführer vom Porsche Zentrum Münster
- Manfred Schmale, Ehrenpräsident des PC Monasteria
- Bernard Hohmann als langjährigen Förderer und Sponsor des Clubs
- Leonie Kergassner und Linda van Dyk vom Community Manage-ment Porsche Deutschland
- Gabi und Richard Decker und Claudia Wenzel (in Abwesenheit) aus der PCD-Geschäftsstelle
In seiner Ansprache würdigte Jens insbesondere die ehrenamtliche Arbeit, ohne die weder ein Clubleben noch eine Veranstaltung dieser Größenordnung möglich wären. Er erinnerte daran, dass Vereine und Clubs vom Engagement ihrer Mitglieder leben und weit über das gemeinsame Hobby hinaus einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Zugleich blickte er mit einem Augenzwinkern auf das mögliche 100-jährige Jubiläum im Jahr 2076 voraus.
Christian Striepen, PCD Präsident, hob in seiner Rede die außergewöhnliche Leistung des PC Monasteria hervor.

Besonders beeindruckt zeigte er sich von der Tatsache, dass 34 von 97 Porsche Clubs aus ganz Deutschland nach Münster gekommen waren. Er betonte den besonderen Zusammenhalt innerhalb der Porsche Club Familie und dankte dem Organisationsteam für ein Treffen, das vielen Teil- nehmern noch lange in Erinnerung bleiben wird. Zudem überreichte er Präsenteplaketten an Jens Tomas und Roberto De Prisco. Der COO der Porsche Deutschland GmbH, betonte in seiner Ansprache die zentrale Rolle der Porsche Clubs als festen Bestandteil der Markenfamilie. Dabei würdigte er insbesondere die Leidenschaft und das Engagement der Club- mitglieder sowie die enge und ver- trauensvolle Zusammenarbeit zwischen Porsche Deutschland und der Porsche Club Gemeinschaft. Seine Anwesenheit wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern als besondere Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit innerhalb der Clubs wahrgenommen. De Prisco hob die gemeinsame Verantwortung von Porsche Deutschland und den Porsche Clubs hervor: Es gelte, die Tradition zu bewahren und gleichzeitig den Blick konsequent nach vorn zu richten. Ein wichtiger Schwerpunkt liege darin, gezielt junge Menschen für das Clubleben zu begeistern und aktiv einzubinden, um die Zukunft der Porsche Clubs nachhaltig zu sichern.
Porsche Clubs sollen Generationen verbinden und ein Ort sein, an dem Erfahrung auf neue Impulse trifft. Freundschaften, Netzwerke und gemeinsame Erlebnisse bilden dabei das Fundament und prägen das, was die Porsche Familie im Kern ausmacht.
Einen besonderen Platz im Programm nahm die Unterstützung der Klinik-Clowns am Universitätsklinikum Münster ein. Dagmar Mangels und Christoph Gilsbach schilderten eindrucksvoll die Arbeit der Clowns mit schwerkranken Kindern und Erwachsenen. Ihr Credo: „Es geht nicht um den großen Lacher. Es geht um Begegnung.“ Die Teilnehmer zeigten sich großzügig und unterstützten die Spendenaktion mit großem Engagement – ganz im Sinne des sozialen Selbstverständnisses der Porsche Club Gemeinschaft. Das Ergebnis: 7.000,00 Euro, denn was nützt die Hochleistungsmedizin, wenn dabei die Seele Schaden nimmt. So wurde die Gala nicht nur zur Feier eines 50-jährigen Clubjubiläums, sondern auch zu einem Abend der Wertschätzung, der Freundschaft und des Dankes an all jene, die den PC Monasteria und die PCD Gemeinschaft über viele Jahre geprägt und begleitet haben. Und dann ging im wahrsten Sinne des Wortes die Post ab. Die zehnköpfige Band Heavens Club schaffte es innerhalb von Minuten, die große Tanzfläche mit tanz- wütigen Gästen zu füllen. Daher unser aller großes Kompliment an die Band „Heavens Club“und an die, die sie ausgewählt hatten.
Tag 4 – Concours d’Élégance und Siegerehrung
Zum Abschluss des Porsche Club Deutschland Treffens versammelten sich die Teilnehmer in der Speicherstadt Münster-Coerde, die als eines der größten zusammen- hängenden historischen Speicherensembles Deutschlands gilt. Die denkmalgeschützten Backsteinbauten aus den 1950er Jahren dien- ten ursprünglich der Lagerung von Getreide und landwirtschaftlichen Produkten und wurden in den vergangenen Jahren aufwendig zu einem modernen Veranstaltungs-, Gastronomie- und Gewerbestandort umgebaut. An diesem Sonntag fungierte sie als Begegnungsstätte und zur Siegerehrung des Concours d’Élégance.

Bevor die begehrten Pokale über- reicht wurden, nutzte Erwin Pfeif- fer die Gelegenheit, dem PC Monasteria für die Organisation des Treffens zu danken. Besonders hob er hervor, dass eine Veranstaltung dieser Größenordnung ausschließlich durch ehrenamtliches Engagement, Leidenschaft und unzählige Stunden freiwilliger Arbeit möglich werden konnte.

Im Mittelpunkt der anschließenden Siegerehrung standen nicht allein die Fahrzeuge, sondern auch die Liebe zum Detail, mit der ihre Besitzer sie präsentierten. Die Juroren Christian Striepen, Harald Steiger und Bernhard Lehmann machten bei nahezu jeder Kategorie deutlich, wie knapp die Entscheidungen ausgefallen waren. Oft fehlte lediglich ein einziger Punkt zum nächst- höheren Platz oder sogar zum Klassensieg.

Immer wieder betonte die Jury, dass nicht allein Lackglanz und Karosserie bewertet worden waren. Ebenso wichtig waren Sauberkeit, Zustand des Innenraums, Instru- mente, Sitzpolster, Felgen, Originalität und – insbesondere bei den klassischen Fahrzeugen – die nach- vollziehbare Historie des Fahrzeugs. Manch ein Teilnehmer verlor ent- scheidende Punkte durch kleine Details wie beispielsweise im Innenraum, minimale Gebrauchsspuren oder fehlende Informationen zur Fahrzeuggeschichte. Genau diese Kleinigkeiten entschieden oftmals über Sieg. Christian Striepen schmunzelte und verriet, dass sich diese zusätzliche Mühe durchaus gelohnt habe – denn bei der Bewertung zählt jedes Detail; siehe oben. Zum Abschluss blickte Erwin Pfeiffer bereits in die Zukunft. Er erinnerte daran, dass das nächste Deutschlandtreffen voraussichtlich erst 2029 stattfinden wird, da der PCD bereits die Vorbereitungen für die Europa-Parade 2032 in Deutschland aufgenommen hat. Gleichzeitig rief er interessierte Clubs dazu auf, sich als Ausrichter künftiger Veranstaltungen zu bewerben.

Mit einem herzlichen Dank an alle Teilnehmer, Helfer, Juroren und Organisatoren endete die Siegerehrung. Bevor die Teilnehmer ihre Heimreise antraten, wartete noch eine letzte Überraschung auf sie: Für jeden Gast stand eine liebe- voll vorbereitete Reise-Vesper mit Getränk bereit – ein weiterer Beweis für die Gastfreundschaft des PC Monasteria und ein passender Schlusspunkt unter ein außergewöhnliches Porsche Wochenende in Münster.

