Nachruf: Dr. Fritz Letters, Präsident des Porsche Club Deutschland
Es gibt Texte, die schreibt man nicht gerne und ich schon gar nicht. Nicht, weil mir die Worte fehlen. Sondern weil man sich wünscht, sie niemals schreiben zu müssen. Vor wenigen Monaten haben wir uns unter anderem bei der clubinternen Hauptversammlung von Dr. Fritz Letters als Präsident des Porsche Club Deutschland (PCD) verabschiedet. Ein Nachruf von Frank Gindler.
Dr. Fritz Letters
Präsident des Porsche Club Deutschland 2008–2026
Ehrenpräsident des Porsche Club Deutschland

Runter vom Gas – wir halten inne
Noch immer fällt es schwer, diese Zeilen zu schreiben. Vielleicht auch deshalb, weil wir Fritz über viele Jahre nicht nur als Präsident des Porsche Club Deutschland, sondern vor allem als Menschen erlebt haben – mit seinen vielen Ecken und noch mehr Kanten. Gerade deshalb war er für viele von uns weit mehr als „nur“ ein Funktionsträger. Er war Gesprächspartner. Er war Weggefährte. Und nur wenige hatten das Privileg, zu seinen engsten Freunden zu gehören. Wer Fritz nur von offiziellen Veranstaltungen kannte, erlebte einen Präsidenten mit klaren Vorstellungen, technischem Sachverstand und einer beeindruckenden und unwiederbringlichen Fähigkeit, Dinge auf den Punkt zu bringen.
„Nix g’sagt is’ g’lobt g’nug“
Mit Lob sparte er, ganz nach dem Motto: „Nix g’sagt is’ g’lobt g’nug.“ Frei übersetzt: Wenn ich nichts dazu sage, war es eine gute bis sehr gute Arbeit. Oh ja, an diesem Satz konnte man verzweifeln und sein eigenes Tun infrage stellen. Aber so war Fritz. Wer ihn näher kennenlernen durfte, entdeckte jedoch noch einen ganz anderen Fritz. Paradox? Vielleicht. Er war ein Mensch mit feinem Gespür, großer Herzlichkeit und bemerkenswerter Loyalität – und ein großer Rotwein-Liebhaber.

Beruflich war Fritz ein erfolgreicher Unternehmer, Software-Ingenieur, Managementberater und langjähriger Gastdozent in Liechtenstein. Ehrenamtlich jedoch fand er seine eigentliche Berufung – im Porsche Club Deutschland. Über ein Vierteljahrhundert stellte Fritz sein Wissen, seine Erfahrung und seine außergewöhnliche Organisationsgabe in den Dienst der Porsche Clubgemeinschaft. Wer heute über den Porsche Club Deutschland spricht, seine Geschichte betrachtet oder nach dem PCD sucht, begegnet an vielen Stellen seiner Handschrift.
Porsche Club Deutschland, Motorsport & die Leidenschaft für Porsche
Fritz Letters war nicht nur ein strategisch denkender Präsident. Er war auch Porsche Rennfahrer. Zusammen mit Gerry – Gerhard Haag, seit 2026 PCD-Vorstand Motorsport – mischte er das Feld auf. Die alten Hasen erinnern sich noch an atemberaubende GTP-Rennen und Veranstaltungen mit Siegertrophäen sowie Geld- und Sachpreisen, die heute kaum noch vorstellbar erscheinen.

Neid auf die Vergangenheit? Ja, zumindest im Vergleich zu heute. Zusammen mit seinem Weggefährten und ehemaligen PCD-Sportleiter Michael Haas, der das Amt bis 2026 innehatte, erarbeitete Fritz ein Grundlagen-Reglement und legte damit auch einen Grundstein für die spätere Porsche Sport Cup Serie, die aus einer GTP-Serie hervorging. Zuhause war er auf den Rennstrecken ganz Europas. Dort begegnete man ihm mit Respekt für seine Leistungen und seine Erfahrung – ebenso in den Boxengassen wie bei den alljährlichen Mitgliederversammlungen des Porsche Club Deutschland.

Während langer Autofahrten – mal schnell und über Nacht vom Red Bull Ring nach Spa oder Zandvoort; reguläre Fahrzeit elf Stunden für 1.150 Kilometer, von uns meist unterboten – oder bei gemeinsamen Abendessen, die selten pünktlich endeten, entstanden unzählige Gespräche. Gespräche, die oft weit mehr waren als ein Austausch über Porsche, Clubpolitik oder Veranstaltungen. Fritz repräsentierte den PCD nicht nur bei offiziellen Terminen.
Fritz lebte den Porsche Club Deutschland – sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag.
Es ging um Menschen, Wegbegleiter und natürlich immer wieder um Porsche. Es ging um Verantwortung, Einwände und Zweifel, um Bedenken und Entscheidungen. Waren diese Entscheidungen einmal gefällt, waren sie – zumindest meistens und für alle – wie in Stein gemeißelt. Sein Wort hatte Gewicht. Punkt. Es war genau dieses gegenseitige Vertrauen und die Zusammenarbeit auf allen Ebenen, die das Verhältnis zwischen ihm als Präsident und mir als Verleger so besonders machten.

Auf das PCLife-Magazin übertragen bedeutete dies auch: Nicht alles, worüber wir gesprochen haben, war für die Öffentlichkeit bestimmt. Vieles blieb unter uns. Und genau das bildete die Grundlage unserer vertrauensvollen, über 20-jährigen Zusammenarbeit, die weit über das gemeinsame Arbeiten hinausging.
Das Vermächtnis eines PCD-Präsidenten
Versucht man, Fritz’ umfassendes Tun und Wirken für den Porsche Club Deutschland zusammenzufassen, wird vieles in Erinnerung bleiben.

Fritz Letters war unter anderem Initiator und/oder Mitinitiator:
• der eigenständigen Geschäftsstelle des Porsche Club Deutschland in Echterdingen,
• der organisatorischen Modernisierung des PCD,
• der Integration der Modellregister „Boxster“ und „Cayenne“,
• des Porsche Club Cups,
• der Porsche Club Historic Challenge (PCHC),
• der Weiterentwicklung des Porsche Clubsports,
• von Sicherheits- und Wintertrainings,
• nationaler Porsche Paraden
• sowie – bis zuletzt – der E-Competition, bei der er selbst mit seinem Taycan als Instruktor und Leading-Car-Fahrer unterwegs war.
Wir haben Fritz immer dafür bewundert, dass er nie laut sein musste, um gehört zu werden. Er musste niemanden mit großen Gesten von seiner Meinung überzeugen. Seine Argumente waren sachlich, seine Entscheidungen wohl überlegt und seine Haltung von Fairness und Respekt geprägt. Dabei war er nie einer, der glänzen oder im Mittelpunkt stehen wollte.
Fritz wollte nicht der Mittelpunkt sein – und wurde es doch.
Er wollte nicht nur gestalten – er hat gestaltet.
Wenn man heute auf seine Zeit als Präsident des Porsche Club Deutschland von 2008 bis 2026 zurückblickt, trägt vieles im PCD seine Handschrift. Das ist vermutlich sein größtes Vermächtnis.

Nun liegt es an seinem Nachfolger Christian Striepen, den Porsche Club Deutschland in die Zukunft zu führen. Als ich vor wenigen Monaten meinen Brief an Fritz und Michael beendet hatte (siehe PCLife 01-2026), stand darin ein Satz, dessen eigentliche Bedeutung ich damals selbst noch nicht erahnte:
„Es bleiben Erinnerungen, die uns keiner nehmen kann.“


